Hessisches Ministerium der Justiz

Justizstaatssekretärin besucht die Justizvollzugsanstalt Kassel II

Tanja Eichner: „Durch den interdisziplinären Ansatz der Sozialtherapie in der JVA Kassel II gelingt es, die Rückfallwahrscheinlichkeit zu senken und damit zur Sicherheit in der Gesellschaft beizutragen.“

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Die Staatssekretärin Tanja Eichner hat heute die Justizvollzugsanstalt Kassel II (JVA Kassel II) besucht. Hierbei handelt es sich um eine sozialtherapeutische Anstalt für erwachsene männliche Strafgefangene im hessischen Justizvollzug.

Bei ihrem Besuch führte Staatssekretärin Tanja Eichner aus: „Zentrales Ziel der sozialtherapeutischen Behandlung ist die Verringerung der Rückfallgefahr von einsitzenden Straftätern. Durch die gezielte und koordinierte Behandlung von erwachsenen männlichen Straftätern in der sozialtherapeutischen JVA Kassel II gelingt es, die Rückfallwahrscheinlichkeit zu senken und damit zur Sicherheit in der Gesellschaft beizutragen.“

Von 71 im Bundesgebiet existierenden sozialtherapeutischen Einrichtungen zählt die JVA Kassel II mit ihren 139 Plätzen zu den großen Einrichtungen dieser Art. Sie ist im hessischen Strafvollzug die einzige sozialtherapeutische Behandlungseinrichtung für erwachsene männliche Strafgefangene. In zwei Unterkunftsgebäuden wird Wohngruppenvollzug (14 Wohngruppen) praktiziert. Strafgefangene aus hessischen Regelvollzugsanstalten, bei denen eine erhebliche Störung der sozialen und persönlichen Entwicklung vorliegt, werden in die sozialtherapeutische Anstalt aufgenommen, sofern sie die notwendigen Voraussetzungen wie Therapiemotivation oder Therapiefähigkeit erfüllen.

Vielfältiges, individuelles Maßnahmenpaket

Die Größe der Anstalt und ihre Eigenständigkeit erlauben die Anwendung eines vielfältigen, auf die einzelnen Strafgefangene und ihre Defizite zugeschnittenen kriminaltherapeutischen Maßnahmenpakets. Auf Basis der Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung erfolgt eine Straftäterbehandlung etwa durch sozialpädagogische Betreuung und psychologische Einzel- und Gruppentherapien, berufliche Ausbildungslehrgänge, ein breites Arbeitsangebot, strukturierte Freizeit- und Sportmöglichkeiten, Schulden- und Suchtberatung, eine enge Einbindung der Außenkontakte der Strafgefangenen in die Behandlung, eine gründliche Entlassungsvorbereitung, eine intensive Zusammenarbeit mit der Bewährungshilfe und die Vermittlung in Nachbetreuungen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster beruflicher Herkunft arbeiten dabei in enger Abstimmung zusammen.

„Der interdisziplinäre Ansatz der Sozialtherapie erfordert eine engmaschige Zusammenarbeit aller Bediensteter und der unterschiedlichsten Berufsgruppen, um die verschiedenen Behandlungsstränge effizient aufeinander abzustimmen. Dies gelingt in einer höchst beeindruckenden Weise, wie ich feststellen konnte. Dafür und für die besonders engagierte Arbeit spreche ich allen Bediensteten meinen Dank aus“, erklärte Tanja Eichner abschließend.

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