Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Widerspruchslösung könnte Menschenleben retten

Anlässlich des Tags der Organspende am Samstag, 6. Juni, ruft Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen.

„Organspende schenkt schwerkranken Menschen eine zweite Chance auf das Leben und ist ein Akt der Solidarität und Menschlichkeit. Wir sollten als Gesellschaft daher offener über das Thema sprechen. Jeder Einzelne sollte sich informieren, eine persönliche Entscheidung treffen und dann auch entsprechend dokumentieren. Die Einführung einer Widerspruchslösung könnte dabei ein wichtiger Hebel sein, um mehr Menschenleben zu retten. Wer keine Organe spenden möchte, muss dies selbstverständlich weiterhin jederzeit und unkompliziert festlegen können. Wenn ein Mensch aber grundsätzlich bereit ist zu helfen und seine Organe zu spenden, sollte dies nicht an einer fehlenden Dokumentation scheitern“, so Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz.

Hintergrund

In Hessen haben im vergangenen Jahr 63 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. Gleichzeitig warteten 601 Patientinnen und Patienten auf ein Spendenorgan. Von Januar bis April 2026 spendeten 24 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe. 618 Menschen warten auf ein Spendenorgan.

Bei der Widerspruchslösung gelten Menschen als mögliche Organspender, wenn sie der Organspende zu Lebzeiten nicht widersprochen haben und den Angehörigen kein entgegenstehender Wille bekannt ist. Nach der derzeit gültigen Zustimmungsregelung dürfen Organe nur entnommen werden, wenn eine ausdrückliche Zustimmung dokumentiert ist oder die Angehörigen dies entscheiden.