Landwirtschaftsminister Ingmar Jung mit den Preisträgern, die einen Blumenstrauß halten.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

„Tierwohl in der Landwirtschaft“ an drei Betriebe verliehen

Das Land Hessen verleiht den Hessischen Tierschutzpreis „Tierwohl in der Landwirtschaft“ an landwirtschaftliche Betriebe, die beispielhaft zur Verbesserung des Tierschutzes bei der Haltung ihrer Nutztiere beitragen.

Landwirtschaftsminister Ingmar Jung hat die Auszeichnung am Freitag an drei Betriebe verliehen: „Wir haben beispielhafte und innovative Projekte für eine zukunftsfähige Tierhaltung gesucht – und gefunden. Die Preisträger zeichnet alle ein hohes Maß an Tierwohl, Praxisnähe sowie Übertragbarkeit und Vorbildcharakter für andere Betriebe aus. Hier wird gezeigt, dass moderne Tierhaltung Tierwohl und Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringt. Wichtig dafür sind auch regionale Wertschöpfungsketten, die wir deshalb – unter anderem mit dem Förderangebot Hessen schmecken – aktiv unterstützen. Die ausgezeichneten Betriebe zeigen eindrucksvoll, dass regionale Haltung, Verarbeitung und Vermarktung einen besonderen Wert für das Tierwohl, den Umwelt- und Klimaschutz und am Ende oft auch für den Geschmack hat“, betonte Jung bei der Preisverleihung auf dem Betrieb Gut Fahrenbach in Witzenhausen.

Die drei diesjährigen Preisträger sind:

Gut Fahrenbach, Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis

Der Betrieb von Sarah und Sven Gabriel setzt auf Tierwohl, Regionalität und Handwerk. Hierwerden 75 Mutterkühe (Aberdeen Angus) mit Kälbern und Mastrindern sowie Mastlämmer mit Offenstall und Weidegang gehalten. Die Besonderheit ist die regionale Selbstvermarktung nach Schlachtung mit eigener Schlachtbox auf dem Hof und Weiterverarbeitung im eigenen Schlachtbetrieb. Kein zur Schlachtung bestimmtes Tier verlässt den Betrieb lebend durch einen Tiertransport. Die äußerst tierschonende Betäubung und Entblutung wurde von der Universität Leipzig mehrfach bestätigt.

Bauernhof March, Biebertal im Landkreis Gießen

Sebastian March hält in seinem Betrieb Legehennen (12.000 Plätze) und Masthühner (500 Plätze, pro Jahr vier Durchgänge). Die Eier der Legehennen werden im Hofladen verkauft. Etwa 1000 Legehennen werden hier im Jahr selbst geschlachtet, die Masthähnchen werden ausnahmslos im Betrieb geschlachtet. Beides wird anschließend selbst vermarktet. Der 4,8 Hektar große Auslauf ist mit Pappelbäumen zum Schutz der Legehennen versehen. Für ihre Fütterung wird angekeimtes Futter eingesetzt. Dazu wird ein in Österreich entwickeltes Keimrad eingesetzt, wo bei kontrollierter Befeuchtung und Erwärmung binnen drei Tagen eine Keimung der Getreidekomponenten des Futters entsteht. Der Futteraufschluss ist damit deutlich verbessert, was die eingesetzte Getreidemenge verringert.

Hof-Wiegand, Flieden im Landkreis Fulda

Der landwirtschaftliche Familienbetrieb von Christian Wiegand mit angeschlossener eigener Schlachtung und Direktvermarktung in Flieden/Struth hält 130 Fleischrinder in Mutterkuhhaltung im Außenklimastall auf Stroh. Zudem gibt es 163 Mastschweineplätze, ebenfalls in Außenklimastall und auf Stroh gehalten. Gefüttert werden die Tiere mit betriebseigenen Futtermitteln (u.a. verschiedene Getreidesorten, Erbsen und Mais). Alle Tiere werden vor Ort im eigenen Schlachtbetrieb geschlachtet. Die Vermarktung erfolgt im Hofladen auf dem Betrieb.

Hintergrund:

2015 wurde erstmalig der Wettbewerb „Tierschutz in der Landwirtschaft“ ausgeschrieben. Die Ausschreibung erfolgt im zweijährigen Rhythmus. Mit dem Wettbewerb werden in Hessen ansässige und landwirtschaftlich tätige Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter sowie Betriebe mit Nutztierhaltung im Haupt- und Nebenerwerb ausgezeichnet, deren Haltungssysteme, Tätigkeiten oder Managementmaßnahmen nachhaltig, vorbildlich und praxisnah zur Verbesserung des Tierschutzes beitragen und / oder auf andere landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung übertragbar sind. Auszeichnungswürdig sind technische, bauliche oder sonstige Maßnahmen.