Der Regierungschef sagte am Dienstag: „Christian Schwarz-Schilling war eine prägende Stimme der Demokratie. Als engagierter Europäer hat er sich unermüdlich für die europäische Einigungsidee eingesetzt und dabei vor allem die wirtschaftlichen Probleme des Mittelstandes, die Liberalisierung der Telekommunikation und die Menschenrechte für die bosnische Bevölkerung zu seinem Anliegen gemacht.“
Der langjährige Bundespostminister Schwarz-Schilling wurde im April 1995 zum „Internationalen Streitschlichter für die Föderation Bosnien-Herzegowina“ berufen, um zwischen den kroatischen und moslemischen Volksgruppen der Föderation zu vermitteln. Im Jahr 2003 rief Schwarz-Schilling eine nach ihm benannte Stiftung ins Leben, die sich für Völkerverständigung und Flüchtlinge einsetzt. Er unterstützte zudem „Pro Asyl“ und die Gesellschaft für bedrohte Völker. Rhein verwies darauf, dass sich Schwarz-Schilling hohe Verdienste um die Völkerverständigung erworben habe und sagte: „Christian Schwarz-Schilling wird mir immer mit seiner klaren Haltung als Schlichter und Versöhner sowie seinem leidenschaftlichen Einsatz für den Frieden und für Menschenrechte in Erinnerung bleiben. Sein Tod reißt eine Lücke. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.“
1990 erhielt Christian Schwarz-Schilling den Hessischen Verdienstorden und 1992 das große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 2002 wurde er mit der höchsten Ehrung des Landes Hessen, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, ausgezeichnet. 2007 erhielt er als internationaler Streitschlichter und wegen seines entschlossenen und dauerhaften Eintretens für die Befriedigung des Balkans den Hessischen Friedenspreis.