Jürgen Habermas

Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Rhein und Wissenschaftsminister Gremmels zum Tod von Jürgen Habermas

Die Hessische Landesregierung hat mit großer Trauer auf den Tod des Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas reagiert und dessen herausragende Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft gewürdigt.

„Mit Jürgen Habermas verlieren wir einen der größten Denker unserer Zeit. Habermas hat uns gezeigt, dass Demokratie vom Gespräch lebt – von der Bereitschaft zuzuhören, Argumente auszutauschen und gemeinsam nach Wahrheit zu suchen“, sagte Ministerpräsident Boris Rhein am Samstag in Wiesbaden. „Sein Denken erinnert uns daran, dass Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.“

Der Regierungschef hob die enge Verbindung des Philosophen zum Land Hessen hervor. Ein wesentlicher Teil von Habermas’ wissenschaftlichem Wirken war mit der Goethe-Universität Frankfurt verbunden. Dort arbeitete er zunächst am Institut für Sozialforschung und übernahm später den Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie. „Frankfurt und Hessen waren zentrale Orte seines Denkens und Wirkens. Hier entwickelte Jürgen Habermas viele seiner Ideen, die den gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland und weit darüber hinaus nachhaltig geprägt haben“, sagte Rhein. „Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.“

Wissenschaftsminister Timon Gremmels sagte: „Mit Jürgen Habermas verliert Deutschland einen der bedeutendsten Philosophen und Sozialtheoretiker unserer Zeit. Sein Denken hat die Kritische Theorie der Frankfurter Schule entscheidend geprägt und weltweit Maßstäbe für die Auseinandersetzung mit Demokratie, Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Vernunft gesetzt. Eng verbunden war Habermas auch mit der Goethe-Universität Frankfurt, an der die Tradition der kritischen Gesellschaftsanalyse fortgeschrieben wurde und von der wichtige Impulse für die Geisteswissenschaften ausgingen. Jürgen Habermas hat Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern inspiriert und gezeigt, wie unverzichtbar die Geisteswissenschaften für das Verständnis unserer Gesellschaft und für eine lebendige demokratische Kultur sind. Sein Vermächtnis ist aktueller denn je.“

 

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