Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Mehr Geld für Studierendenwerke, Fokus auf Exzellenzwettbewerb und Kulturelle Bildung

Der Haushaltsentwurf der Hessischen Landesregierung für 2027 setzt in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur klare Schwerpunkte: Die Förderung der Studierendenwerke steigt um zwei Millionen Euro und damit seit Beginn der Legislaturperiode um 26 Prozent.

Die Musikschulförderung wächst um insgesamt 53,2 Prozent. Im Förderfall erhalten die Exzellenzverbünde eine Kofinanzierung in Millionenhöhe. Und bei der Kunst- und Kulturförderung werden trotz der angespannten Haushaltslage strukturelle Kürzungen vermieden.

„Gerade in herausfordernden Zeiten will ich Schwerpunkte setzen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken. Das heißt konkret: gute Bedingungen für Studierende, kulturelle Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, exzellente Universitätsverbünde sowie eine vielfältige Kulturlandschaft. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass sich diese Prioritäten im Haushalt 2027 widerspiegeln“, sagt Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.

26 Prozent mehr Geld für Studierendenwerke

Damit ein Studium auch in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten nicht von Herkunft und Vermögen abhängt, stärkt das Land die Studierendenwerke. Ihre Zuschüsse steigen ab 2027 um zwei Millionen Euro und damit seit Beginn der Legislaturperiode insgesamt um 26 Prozent.

„Die Studierendenwerke bieten günstige und ausgewogene Mahlzeiten, bezahlbaren Wohnraum und beraten Studierende in schwierigen Situationen. Angesichts der überall steigenden Preise ist diese Arbeit umso wichtiger – vor allem für Studierende aus finanziell schwachen Verhältnissen. Wir stärken die Studierendenwerke als bedeutende Säulen der Hochschulgemeinden und wichtige Partner des Landes, damit ein Studium allen gleichermaßen offensteht. Inklusive der Steigerung 2025 haben wir den jährlichen Landeszuschuss an die Studierendenwerke in dieser Legislaturperiode um insgesamt 26 Prozent erhöht. Dies ist ein deutliches Signal auch im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode. Das Land Hessen investiert in seinen akademischen Nachwuchs, die Attraktivität seiner Hochschulen und damit in die Zukunft“, so Minister Gremmels.

53 Prozent mehr Geld für Musikschulen

Die Musikschulförderung wächst, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, weiter um 600.000 Euro jährlich und liegt damit 53,2 Prozent über dem Niveau zu Beginn der Legislaturperiode. Damit stärkt Hessen langfristig die Rahmenbedingungen, um alle Generationen an die Musik heranzuführen. Gerade auch finanzschwache ländliche Regionen, in denen Musikschulen wichtige Netzwerke in viele soziale und kulturelle Bereiche pflegen, erhalten damit stabile Unterstützung. Die Förderrichtlinie, die 2025 in Kraft getreten ist, ist eine wichtige Basis hierfür. Sie legt erstmals klare Qualitätsstandards fest. Die Förderung orientiert sich künftig nicht mehr an Kennzahlen wie Wochenstunden oder Schülerzahl, sondern daran, wie gut eine Musikschule in den Bereichen Trägerschaft, Finanzierung, Ausstattung, innere Organisation, Kooperationen, Projekte sowie Personal aufgestellt ist.

Auch der Aufbau des „Instituts für Kulturelle Bildung“ wird – wie im Koalitionsvertrag festgehalten – weiter vorangetrieben. Dafür stehen 2027 zunächst 100.000 Euro, anschließend 300.000 Euro jährlich zur Verfügung. Das Institut soll Raum für Vernetzung, Weiterbildung und Forschung geben und die bundesweite Vorreiterrolle Hessens in der Kulturellen Bildung zementieren.

„Kulturelle Bildung fördert Kreativität und Zusammenarbeit, stärkt das Selbstvertrauen und macht neugierig. Kinder und Jugendliche experimentieren mit Kunsttechniken, schaffen gemeinsam etwas Neues, auf das sie stolz sein können, und kommen mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern in Kontakt. Das macht die Kulturelle Bildung unverzichtbar fürs Erwachsenwerden – und für unsere Demokratie“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels.

Hessen investiert in Forschung und sichert Kofinanzierung der Exzellenzverbünde

Der Neubau der Physik- und Nanostrukturwissenschaften an der Universität Kassel wird mit 13,5 Millionen Euro angestoßen. Für die außeruniversitäre Forschung werden zusätzliche sechs Millionen Euro vorgesehen.

Um den Exzellenztitel bewerben sich derzeit die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU), ein Zusammenschluss der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sowie der mittelhessische Verbund der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg mit der Technischen Hochschule Mittelhessen als assoziierter Partnerin. Diese große Chance auf den begehrten Exzellenztitel im bundesweit hart umkämpften Wettbewerb unterstützt das Land Hessen weiterhin tatkräftig: Im Förderfall ist die Kofinanzierung beider Verbünde im Haushalt 2027 abgesichert.

„Die Exzellenzstrategie ist Deutschlands wichtigster Forschungswettbewerb. Deshalb haben wir beide Verbünde intensiv gefördert“, sagt Minister Gremmels.

Vielfalt der Kulturlandschaft sichern, Antisemitismus bekämpfen

Trotz der angespannten Haushaltslage enthält der Haushaltsentwurf keine strukturellen Kürzungen bei der Kulturförderung. Möglich wird dies durch eine konsequente Prioritätensetzung und gezielte Einsparungen innerhalb des Ressorts. Dazu wird beispielsweise im laufenden Jahr auf die große Gala zum Hessischen Film- und Kinopreis verzichtet. Die Auszeichnungen für die hessischen Filmschaffenden werden in kleinerem Rahmenweiterhin vergeben. Damit setzt Hessen auch im Vergleich zu anderen Ländern ein Signal für den Erhalt seiner vielfältigen Kulturlandschaft.

Wichtige Bereiche der Kulturförderung werden gezielt weiterentwickelt. So steigt unter anderem die Förderung des Deutschen Filminstituts um 200.000 Euro. Für die Fertigstellung der Ersterfassung des Denkmalverzeichnisses stehen zusätzlich 312.000 Euro zur Verfügung. Neu aufgenommen wird außerdem eine Förderung von 50.000 Euro für die Antisemitismusprävention im Kulturbereich.