Neben Erörterungen unter anderem zu den Entwicklungen beim Einsatz von Daten für die Unterrichtsentwicklung oder zum Stand beim deutschlandweiten Startchancenprogramm standen auch Erfahrungen aus hessischen Initiativen auf dem Plan. Angesichts des Anschlags auf den Christopher-Street-Day in Berlin hat die Bundesbildungsministerin gerade verstärkte Investitionen in Deradikalisierungsprojekte angekündigt. Vor diesem Hintergrund berichtete Schwarz von den positiven Erfahrungen des hessischen Vorstoßes einer Stärkung der Werte- und Demokratiebildung in allen hessischen Schulen. Dazu gehören unter anderem seit dem Schuljahr 2024/2025 zwei verpflichtende Unterrichtsstunden wöchentlich in den Deutsch-Intensivklassen für geflüchtete oder zugewanderte Kinder und Jugendliche.
Außerdem ging es im Gespräch um die Schulabbrecherquote, deren Halbierung die Bundesministerin für ganz Deutschland gefordert hatte. Hessen ist das Flächenland mit dem höchsten Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und zugleich nach jetzt aktuellster Erhebung das Land mit den wenigsten Schulabbrechern. Zugeschrieben wird dies unter anderem früh vom Land aufgelegten Programmen wie den verpflichtenden schulischen Vorlaufkursen (Sprachkurse für Kinder ein Jahr vor der Einschulung) und insgesamt der konsequenten Ausweitung der Deutschförderung in den vergangenen Jahren.
Chancengerechter Zugang zu Bildung
Bundesbildungsministerin Karin Prien: „Bildung ist der Schlüssel zu fast allen Herausforderungen, vor die uns die Zeit stellt – insbesondere der chancengerechte Zugang zu Bildung. Dazu ist eine enge Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen immens wichtig. Wir müssen als Gesellschaft eine wichtige Priorität darauf legen, dass Jugendliche mit einem Abschluss von der Schule gehen, nicht als Schulabbrecher. Da geht Hessen mit sehr gutem Beispiel voran. Die Vermittlung von Basiskompetenzen, ganz grundlegend Sprache und sozio-emotionale Entwicklung, sind ein wesentlicher Aspekt, dieses Ziel weiter zu verfolgen. Für mich ist es eine Schicksalsfrage für unser Land, die Mittel für die frühe Bildung im System für mehr Qualität einzusetzen.“
Armin Schwarz: „Angesichts der Herausforderungen, die sich uns in der Bildungspolitik stellen, ist der Austausch zwischen Bund und Ländern gerade aktuell von besonderem Wert. Der Bund setzt dabei aktuell wichtige Akzente, über die wir heute gesprochen haben. Aber auch Hessen gehört in vielen dieser Themen zu den Vorreitern im Bund, zum Beispiel mit unserer niedrigen Schulabbrecherquote und unseren Investitionen in die Deutschförderung. Ich danke Karin Prien für diesen wichtigen und produktiven Austausch.“