Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Haus Habich auf der Darmstädter Mathildenhöhe ausgezeichnet

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Die Mathildenhöhe Darmstadt zeigt mit ihren Bauten, aber auch mit ihrer Geschichte, dass ein gutes Leben möglich ist – aber nicht abgehoben für wenige, sondern demokratisch und gerecht für alle.“

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Innerhalb von 16 Jahren entstand auf der Mathildenhöhe Darmstadt ein einmaliges architektonisches Ensemble aus Gebäuden, gestalteten Gärten mit Skulpturen, Innenarchitektur und Design. Hier wurden Leitgedanken der späteren klassischen Moderne in die Architektur eingeführt. Das Haus Habich ist Teil davon: Das Werk des Künstlers Joseph Maria Olbrich wurde von Ralph und Corinna Brücher fachgerecht restauriert. Dieses Engagement wird nun gewürdigt: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat das Haus am Montag als „Denkmal des Monats“ ausgezeichnet und 1.000 Euro Preisgeld an das Ehepaar überreicht.

„Entfaltet inspirierende Kraft“

„Die Mathildenhöhe Darmstadt zeigt mit ihren Bauten, aber auch mit ihrer Geschichte, dass ein gutes Leben möglich ist – aber nicht abgehoben für wenige, sondern demokratisch und gerecht für alle. Heute entfaltet sie ihre inspirierende Kraft als integraler Bestandteil der lebendigen und vielfältigen Wissenschaftsstadt Darmstadt. Mit ihrer großartigen Renovierungsleistung am Haus Habich haben Ralph und Corinna Brücher diesen Esprit beibehalten und weitergeführt“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Das Haus Habich ist durch ihren Einsatz wieder ein bemerkenswertes Zeugnis des Jugendstils und des Wiederaufbaus. Ich danke dem Ehepaar herzlich für ihre Arbeit – sie haben ebenfalls dazu beigetragen, die Mathildenhöhe Darmstadt als Ensemble so sehr erstrahlen zu lassen, dass wir im vergangenen Jahr ihre Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe feiern konnten. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!“

Die Künstlerkolonie Darmstadt entstand 1899. Die Gesamtplanung für die Wirkungsstätte auf der Mathildenhöhe wurde dem Architekten Joseph Maria Olbrich übertragen. Für die Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ 1901, die eine neue Bauform als Reaktion die Umwälzung der Lebensumstände durch die Industrialisierung vorstellte, konzipierte er sieben Künstlerhäuser – eines davon war Haus Habich. Charakteristisch für das Gebäude ist der stark profilierte Putz, der allerdings nicht erhalten werden konnte und neugestaltet werden musste.

Die Eheleute Brücher fertigten dafür Schablonen an, um die ursprünglichen Sockelbildungen nachzubilden. Die prägenden Wasserabläufe konnten sie erhalten und auch im Inneren ist das Gebäude durch die gut erhaltenen Bauteile im Treppenhaus ein bemerkenswertes Zeugnis seiner Zeit.

Hintergrund „Denkmal des Monats“

Die im Juni 2018 erstmals verliehene Auszeichnung „Denkmal des Monats“, die mit 1.000 Euro dotiert ist, können Personen, Initiativen oder Körperschaften erhalten. Sie sollen sich bei der Erhaltung ihrer Denkmäler in besonderer Weise verdient gemacht haben. Vorgestellt werden denkmalpflegerische Maßnahmen, die individuell, mit handwerklich-technischer Qualität und besonderem Engagement ausgeführt wurden. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus den Bewerbungen für den Hessischen Denkmalschutzpreis aus. Die Denkmäler werden auch auf kunst.hessen.de vorgestellt.

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