Der frühere hessische Antisemitismusbeauftragte war am 6. August, im Alter von 76 Jahren gestorben. Der Regierungschef sagte am Montag in Wiesbaden: „Felix Semmelroth war ein kluger und stets zugewandter Mensch, der mit feinem Gespür und immensem Verantwortungsbewusstsein gewirkt hat. Als erster hessischer Antisemitismusbeauftragter hat er das 2018 neu geschaffene Amt geprägt. Felix Semmelroth hat wichtige Weichen gestellt und deutlich gemacht, dass Sichtbarkeit und Schutz jüdischen Lebens und der Kampf gegen Antisemitismus dauerhafte Aufgaben sind. Sein Einsatz gegen jede Form des Antisemitismus, für jüdisches Leben in Hessen und für Erinnerungskultur verdient großen Respekt und Anerkennung“, sagte Rhein und fügte hinzu: „In diesen schweren Stunden gilt unser Mitgefühl seiner Familie und seinen Angehörigen.“
Der Beauftragte der Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus, Uwe Becker, sagte: „Felix Semmelroth war ein leidenschaftlicher Demokrat und als Connaisseur von der Bedeutung der Kultur für die Identität und damit auch für die Zukunftsfähigkeit gebildeter und informierter Gesellschaften überzeugt. Umso engagierter nahm er die Aufgabe des Antisemitismusbeauftragten an, um gerade auch in der Mitte der Gesellschaft für ein gelebtes Miteinander zu werben, jüdisches Leben sichtbarer zu machen und den Ungeist des Judenhasses gemeinsam zu bekämpfen. Seine intellektuelle Kraft sowie seine fein- wie scharfsinnigen Impulse werden ebenso fehlen wie seine Menschlichkeit.“
Semmelroth war erster Antisemitismusbeauftragter
Felix Semmelroth wurde 2018 von der Hessischen Landesregierung im Einvernehmen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen und der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zum ersten Beauftragten des Landes für den Kampf gegen Antisemitismus berufen. 2019 gab er das Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig ab. Zuvor war Semmelroth viele Jahre lang Kulturdezernent der Stadt Frankfurt gewesen.