Bildungsminister Schwarz in einem Klassenzimmer während eines Gesprächs mit zwei Schülerinnen.

Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Bildungsminister Schwarz besucht Deutschlands beste Schule

Bildungsminister Armin Schwarz hat an der Hauptpreisträgerin des Deutschen Schulpreises 2026, der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf, Einblicke in die Arbeit der Schule bekommen.

Die integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe hat in diesem Jahr den Hauptpreis des Deutschen Schulpreises gewonnen und darf sich damit als beste Schule Deutschlands bezeichnen. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert – wie das Geld verwendet wird, soll an der Schule gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Förderverein und Eltern entschieden werden. Zusammen mit einer Delegation des Deutschen Schulpreises und Dr. Stella Voutta, Bereichsleiterin Bildung bei der federführenden Robert Bosch Stiftung, erhielt Minister Schwarz heute von der Schulgemeinde einen authentischen Einblick in die Arbeit vor Ort.

Bildungsminister Armin Schwarz: „Dass die Bertha-von-Suttner-Schule als erste hessische Schule diesen Hauptpreis erhält, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit, von Engagement und von der Bereitschaft, immer wieder neue Wege zu gehen. Die Schulgemeinschaft zeigt immer wieder aufs Neue: Bildung gelingt, wenn wir Mut zur Veränderung haben. Wenn wir Schulen Freiräume geben. Wenn wir sie unterstützen – mit Ressourcen, mit Vertrauen, mit Visionen. Ich danke allen für ihre Arbeit und ihr Engagement und für diesen beeindruckenden Beweis, was Hessen in der Bildung kann.“

Schulleiterin Ute Zeller: „Gute Schule gründet immer auf Entscheidungen und Haltungen. Die Blickrichtung ist der Mensch, das Kind. Der erste Schritt ist dabei immer ein selbstkritischer Blick: Genau erfassen, was wir denken, was wir tun, gegenüber dem, was wir wirklich machen. Dieser erste Schritt schmerzt, denn wir erfahren die ungeschönte Wahrheit, aber dieser Schritt setzt starke Kräfte frei, und die Haltung zum Kind verändert sich. Das ist der Schlüssel. Die Auszeichnung mit dem Hauptpreis des Deutschen Schulpreises 2026 ist eine außergewöhnliche Anerkennung einer 20-jährigen kontinuierlichen Schulentwicklungsarbeit und wir freuen uns nun darauf, gemeinsam zu entscheiden, wofür das Preisgeld Verwendung findet, sodass auch viele zukünftige Schülerinnen und Schüler davon profitieren und wir unseren Weg gemeinsam weitergehen können.“

Dr. Stella Voutta, Bereichsleiterin Bildung, Robert Bosch Stiftung: „Die Bertha-von-Suttner-Schule zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn eine Schulgemeinschaft mit einer gemeinsamen Haltung ihr Handeln konsequent an den Kindern und Jugendlichen ausrichtet und sich über viele Jahre stetig weiterentwickelt. Hier gelingt es, auch unter herausfordernden Bedingungen, allen jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen. Der Deutsche Schulpreis macht seit 20 Jahren sichtbar, was Schulen wie die ‚Bertha‘ leisten und ermutigt, von ihren Erfahrungen zu lernen. Dass Minister Schwarz die Schule in unserem Jubiläumsjahr besucht, ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für die herausragende Arbeit der gesamten Schulgemeinschaft.“

Fast 2.000 Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen Hintergründen

Der Deutsche Schulpreis wird von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung vergeben. Die Bertha-von-Suttner-Schule überzeugte die Jury, weil sie mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern und ca. 180 Lehrkräften gemeinsame pädagogische Ziele konsequent und mit großer Ausdauer verfolgt. Beziehungsarbeit und Bildungserfolg, Kompetenzorientierung und Wissensvermittlung sowie Leistungsorientierung und Wohlbefinden gehen dort Hand in Hand. Die Schule ist seit 2014 eine Selbstständige Schule und nimmt zudem am Startchancen-Programm teil. 2025 wurde sie bereits beim KI-Schulpreis ausgezeichnet. Sie ist außerdem Pilotschule für datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Innovative Konzepte wie selbstgesteuertes Lernen, KI-Assistenten und individuelle Förderung

Zu den Schwerpunkten der Schule gehört das Selbstgesteuerte Lernen (SegeL): Ab Klasse 5 planen, reflektieren und dokumentieren die Kinder ihre Lernfortschritte, begleitet von Lehrkräften, die als Lerncoaches arbeiten. In der Oberstufe wird das Konzept als individuelles Selbstgesteuertes Lernen (InSeL) mit forschendem, projektorientiertem Arbeiten fortgeführt. Auch KI wird an der Schule produktiv genutzt, etwa als Assistent im Chemieunterricht oder als Unterstützung beim Spracherwerb in Intensivklassen.

Neben der Bertha-von-Suttner-Schule wurde auch das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel mit einem der weiteren Preise ausgezeichnet. Die Erfahrungen der beiden hessischen Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises sollen zu Impulsen für andere hessische Schulen werden.